By Fire and Sword - Gefechtsberichte

Hier präsentiere ich in loser Folge Berichte der Scharmützel und Gefechte, die ich mit meinem brandenburg-preußischen Heer mit dem Regelwerk By Fire and Sword ausgetragen habe. Ich hoffe, die Berichte bringen die Spannung und Dramatik der einzelnen Gefechte gut rüber, auch für diejenigen, die mit dem Regelsystem nicht vertraut sind


Brandenburger gegen Habsburger, 1660
31.12.2025

Am Mittwoch, dem 31. Dezember 2025, haben mein Kumpel Sebastian und ich das Jahr mit einer Partie By Fire and Sword in 15 mm verabschiedet. Erneut verschlug es uns in die Zeit des Zweiten Nordischen Kriegs (1655-1660): Meine Brandenburger trafen im Skirmish-Level auf Sebastians kaiserliche Truppen. Dieses Mal führten wir etwas schlankere Kontingente ins Feld - ich brachte 37, Sebastian 38 Punkte auf die Platte. Gemäß Regelwerk darf der Kommandeur des kleineren Heeres das Szenario wählen; meine Wahl fiel auf "Key Positions". Ziel dieser Mission war die Einnahme und das Halten von drei zentral platzierten Missionsmarkern - eine Konstellation, die beide Armeen früh zum entschlossenen Engagement in der Tischmitte zwang.

Auch dieses Aufeinandertreffen ist als fiktive Episode am Rand des Zweiten Nordischen Kriegs (1655–1660) angelegt. Direkte historische Vorbilder für ein Gefecht zwischen brandenburgisch-preußischen Kontingenten und kaiserlichen Truppen sind in dieser Phase rar, doch lokale Reibereien, Sicherungsaufgaben und opportunistische Vorstöße liefern glaubwürdige Anlässe. Unser Szenario stellt sich entsprechend als kleiner, aber scharf geführter Zusammenstoß um strategische Schlüsselpositionen in einer umkämpften Grenzregion dar - mit folgenden Eckpunkten:

Der Streit um den kaiserlichen Zehnten

Anlass und Kontext: Im letzten Kriegsjahr des Nordischen Krieges von 1655–1660 sichern brandenburgische Truppen im polnischen Hinterland die Versorgung ihrer Verbündeten. Ein kaiserliches Detachement beansprucht im Namen des römisch-deutschen Kaisers denselben Getreidezehnten eines polnischen Starosten, der seine Loyalität gewechselt hat. Aus einer zunächst verbalen Auseinandersetzung um Beschlagnahmungen entwickelt sich ein scharfer Zusammenstoß um die Kontrolle der Kornlager. (Hintergrund: Der polnisch-schwedisch-brandenburgische Konflikt von 1655–1660 bietet einen plausiblen Rahmen für ein lokales Kompetenzgerangel zwischen Kaiserlichen und Brandenburgern im polnischen Raum, wobei Getreideversorgung und Zehnten durchaus realistische Streitpunkte sind.)

Ort und Datum: Nahe eines Dorfes zwischen der Weichsel und Thorn in Preußen, Spätsommer 1660

Kräftebild: Die Brandenburger führen fünf Einheiten ins Feld, darunter zwei Bataillone Musketiere in voller Sollstärke, eine volle Eskadron Kavallerie aus dem Herzogtum Preußen, eine reduzierte Eskadron Söldner sowie einer Dragonerverband. Die Habsburger rücken mit einem kleinen, abkommandierten Detachement plänkelnder Musketieren, einer vollen Eskadron schwerer Kürassiere sowie einer großen und einer kleinen Eskadron kroatischer Kavallerie an.

Missionslogik: Die Missionsmarker repräsentieren drei strittige Abgabestellen: zwei große Kornlager am Rande gepflügter Felder und einen Sammelpunkt an einer Wegekreuzung am Fuß eines Hügels. Die Habsburger wollen diese Plätze besetzen, um ihre Ansprüche auf den Zehnten militärisch zu untermauern. Die Brandenburger versuchen ebenfalls, die Lager zu halten und die kaiserlichen Truppen als unbefugte Einmischer in ihre Versorgungsangelegenheiten zurückzuweisen.

Topografie: Das Areal wird durchschnitten von einem Wirtschaftsweg, der sich am Fuß des Hügels in eine Wegekreuzung teilt. Zu beiden Seiten liegen große, frisch gepflügte Schläge, an deren Rändern einfache Kornspeicher und Stapelplätze stehen, die zugleich als lokale Abgabestellen fungieren. Im Norden rahmen ein Gehöft und ein Wald den Schauplatz, ebenso wie im Süden, nur in umgekehrter Anordnung.

Das zuweilen wechselvolle und nervenaufreibende Gefecht nahm folgenden, äußerst überraschenden Verlauf:

Die Brandenburger näherten sich dem Geschehen aus südlicher Richtung; auf die linke Flanke schickten sie ihre (aufgesessenen) Dragoner (1), vis-à-vis dem ersten Missionsziel. Benachbart, jedoch separiert durch Waldgelände, bezog die preußische Reiterei (2) Stellung. Im Zentrum marschierte das erste der beiden Musketier-Bataillone (3) auf und erklomm sogleich den Hügel, da es mittels erfolgreicher Aufklärung einen Mobilitätsvorteil erhielt (Reconnaissance-Effekt "Forced March"). Das zweite Musketier-Bataillon (4) bildete zunächst eine Reservestellung im rückwärtigen Raum. Auf der äußersten rechten Flanke, unmittelbar beim Gehöft, positionierte sich die kleine Einheit berittener Söldner (5) - das nahe gelegene Missionsziel des Kornlagers fest im Blick. Der Obristleutnant (6), der die ganze Truppe kommandierte, bezog seine Stellung so, dass er alle westlich des Walds dislozierten Verbände optimal im Blick hatte.

Die Habsburger, die aus nördlicher Richtung anrückten, versammelten sich kompakter. Die kleinere Einheit kroatischer Kavallerie (7) und die größere Einheit (8) sicherten - durch die Sonderregel "Send the Croats!" vorgelagert - die Kreuzung und die dortige Kornsammelstelle, einem der Missionsziele. Die Kürassiere (9) postierten sich etwas nach links versetzt hinter die Kroaten. Mit etwas Abstand zu den Kürassieren, am Rande des nördlichen Gehöfts, versammelten sich die plänkelnden Musketiere (10). Bei den Habsburgern führten zwei kommandierende Offiziere: Im rückwärtigen Raum, leicht linksseitig,  stand der Obristwachtmeister (11), sein Vorgesetzter, der Obristleutnant (12), stand rechtsseitig etwas weiter vorne.

Beim Entbrennen der Kampfhandlungen kamen die zentralen brandenburgischen Musketiere nur langsam auf dem Hügel voran (13) und mussten durch die kroatischen Verbände (14) mehr konzentrierten Beschuss einstecken, als sie selbst austeilen konnten - was sie rasch in eine desorganisierte Lage brachte. Die Kroaten blieben stationär auf ihrer initialen Position, verfügten sie doch über eine exzellente Feuerlinie und kontrollierten bereits die Kornsammelstelle mit zahlenmäßiger Überlegenheit.

Auf der brandenburgischen rechten Flanke ergriffen die berittenen Söldner beherzt die Initiative (15), sicherten im schnellen Anritt das Kornlager und waren dabei, zur inneren Flanke einzuschwenken. Auf der gegenüberliegenden Flanke stürmten die Dragoner gleichfalls frontal in Richtung des dortigen Kornlagers vor (16), zugleich rückte auch das Detachement der habsburgischen Musketiere mit gleichem Ziel vor und bezog Stellung in einem gepflügten Kornfeld (17). Das Kornlager blieb umkämpft, und die Kontrahenten lieferten sich einen energischen Schusswechsel, in welchem die Brandenburger infolge nicht abgesessener Aufstellung ins Hintertreffen gerieten. Währenddessen operierten die beiden anderen Verbände der Brandenburger, die Musketiere (18) und die Kavallerie aus preußischen Landen (19), noch unentschlossen (man kann auch sagen: umsichtig und auf ihre Chance wartend) und rückten nur langsam vor. Nicht ganz grundlos: Insbesondere die unmotivierte und nur widerwillig dienende preußische Kavallerie hatte großen Respekt vor den gefährlichen Kürassieren der Habsburger.

Diese, die Kürassiere (20), ignorierten die preußische Kavallerie in dieser Phase, obwohl jene ein dankbares Angriffsziel abgegeben hätten, und wendeten sich mit einem wagemutigen Manöver den bereits angeschlagenen brandenburgischen Musketieren auf dem Hügel zu: Sie ritten eine sogenannte Caracolla, indem sie den Hügel erklommen und auf die Musketiere zu ritten, Salven aus ihren Pistolen feuerten, und sogleich Kehrtum machten und unweit ihrer Ausgangsposition zum Stehe kamen. Ein kühnes Manöver, das die Musketiere massiv desorganisierte, doch die Hoffnung, sie gänzlich in die Flucht zu schlagen, erfüllte sich für die Habsburger nicht.

Die schwer angeschlagenen, aber noch einsatzfähigen Musketiere der Brandenburger mussten sich vom Hügel zurückziehen (21). Sie waren kurz davor, zu kollabieren, aber noch standen sie - und ihre neue Position am Fuß des Hügels gewährte ihnen zumindest Deckung vor dem andauernden Beschuss durch die Kroaten-Kavallerie. Das in der Reserve gehaltene Musketier-Bataillon erhielt nun den Marschbefehl, um die Linie zu stabilisieren und eine neue Feuerstellung einzunehmen (22).

Auf der linken Flanke hatte sich an der anfänglichen Pattsituation mittlerweile auf den ersten Blick nichts verändert. Die Brandenburger hatten ihre Dragoner (23) zwar inzwischen abgesetzt und konnten nun mit höherer Effektivität feuern, erwiesen sich den habsburgischen Musketieren (24) aber auf Dauer unterlegen. So blieb das Kornlager weiterhin umkämpft.

Aber dies spielte in der Rückschau alles sowieso keine Rolle mehr, denn das Scharmützel wurde durch zwei kühne Attacken der Brandenburger im Zentrum entschieden.

Die berittenen Söldner setzten ihren Galopp in einem weiten Bogen fort, schwenkten nach links ein und fielen der größeren der beiden Kroaten-Eskadrons in der Flanke (25). Völlig überrumpelt von dieser Attacke und kaum zur Gegenwehr fähig, wurden die Kroaten weitgehend aufgerieben; die Überlebenden ergriffen die Flucht. Die Flanke der Habsburger war hier nun offen. In Erwartung des nächsten Schlags durch die brandenburgischen Söldner, die buchstäblich Blut geleckt hatten und weiterhin auf Attacke getrimmt waren, schwenkte die verbliebene Eskadron der Kroaten nach rechts (26). Die Moral des habsburgischen Heeres begann zu sinken, doch der  entscheidende Schlag der Brandenburger stand erst noch bevor...

Dieser erfolgte schließlich durch die preußischstämmige Reiterei (27), die trotz ihrer zaudernden Haltung das Momentum sah, die habsburgischen Kürassiere, die gerade ihr Caracolla-Manöver ausgeführt hatten und infolge dessen noch unglücklich am Fuße des Hügels positioniert waren, in der Flanke zu erwischten. Und das gar in zwei aufeinanderfolgenden Attacken! Nach dem ersten Angriff wurden die Kürassiere zurückgeworfen; den Preußen fiel - aus brandenburgischer Sicht: glücklicherweise - im Folgenden die Initiative zu und so konnten sie nachsetzen, was die Kürassiere vollständig in die Flucht schlug. Mit dieser Aktion, einem wahren Bravourstück gleich, wurde das Ende des Gefechts eingeleitet, denn die Moral des habsburgischen Heeres brach zusammen. An Siegpunkten bemessen erzielten die Brandenburger eine respektable Summe von zwölf gegenüber drei auf Seiten der Habsburger.

Ein überraschender und nicht unbedingt zu erwartender Ausgang, kamen die Brandenburger den Habsburgern doch an Kampfstärke und Motivation alles in allem nicht gleich. Aber die Generalität der Brandenburger hatte in den entscheidenden Momenten taktisch entschlossen gehandelt, während insbesondere die Kroaten ihre hohe Mobilität nicht ausgespielt hatten und die Kürassiere sich mit ihrem Angriff gegen die brandenburgischen Musketiere auf dem Hügel (der im Ergebnis nicht überaus erfolgreich war) ihrer Chance, ihre Durchschlagskraft an geeigneterer Stelle auszuspielen, beraubt hatten.

Und so konnte der brandenburgische Kommandostab noch am selben Abend des Gefechts per Kurier eine begeisterte Siegesdepesche an den "Großen Kurfürsten" Friedrich Wilhelm nach Berlin senden, aus welcher - in zeitgenössischer Überhöhung - der Stolz über das Errungene spricht. Hier ein Auszug    

(...) Nachdem der Feind seine Kroaten an der Kreuzung mit starckem Feuer gehalten, haben unsere berittenen Söldner in tapfrer Resolution im weiten Bogen eingedrehet, dieselben in der Flanke überfallen und weitgehend zersprenget, daß die Überbliebenen in Confusion die Flucht genommen, also daß des Feindes Seiten allda geöffnet worden. Bald hernach hat die preußische Cavallerie, so zuvor zauderte, die Kürassierer just in dem Augenblick, so nach ihrer Caracolla unglücklich am Hügel-Fuß gestanden, zweimal hintereinander in die Flanke getroffen, sie erst zurückgetrieben und hernach vollends in die Retirade genöthiget. Also ist des Feindes Mut gesunken, die Moral zerrunnen und das Treffen mit GOTTes Hülffe zu Unserer Seite glorreich beschlossen worden.


Brandenburger gegen Habsburger, 1659
08.11.2025

Am Samstag, dem 8. November 2025, haben mein Kumpel Sebastian und ich eine Partie By Fire and Sword mit unseren 15‑mm‑Armeen ausgetragen. Wir versetzten uns in die 1650er Jahre: Meine Brandenburger trafen im Skirmish‑Level auf Sebastians Habsburger. Beide Seiten führten jeweils vier bis fünf Einheiten in Bataillonsstärke ins Feld - bei mir summierten sich die Truppen auf 41 Punkte, bei Sebastian auf 40 Punkte. Gemäß Regelwerk darf der Kommandeur des kleineren Heeres das Szenario bestimmen; Sebastian wählte "Clash of Vanguards". Ziel der Mission war es, auf die gegnerische Seite vorzustoßen und zugleich das eigene Aufmarschgebiet von Feinden zu säubern. Die Aufmarschzonen maßen jeweils 16 Zoll von der eigenen Tischkante.

Für ein solches Scharmützel zwischen Habsburgern und Brandenburg‑Preußen gibt es nur wenige direkte historische Vorbilder, da beide Mächte in dieser Phase selten unmittelbare Kriegsgegner waren. Es sind aber plausible Anlässe denkbar, in denen einzelne Gefechte oder Zusammenstöße realistisch wirken. In unserem Fall könnte es sich um einen fiktiven Kleinkrieg am Rand des Zweiten Nordischen Krieges (1655-1660) gehandelt haben - mit folgenden Eckdaten:

Das Scharmützel bei Crossen an der Oder

Anlass und Kontext: Nach dem Abfall Brandenburg‑Preußens von Schweden und dem Seitenwechsel zu Polen‑Litauen im Spätsommer 1656, begleitet von komplizierten Absprachen, patrouillieren auf beiden Seiten kleinere Verbände entlang der Oder‑Übergänge. Kaiserliche (habsburgische) Kontingente unterstützen polnische Interessen indirekt und sichern Handelswege aus Schlesien. Ein brandenburgischer Vorstoß zur Sicherung eines Übergangs wird als Verletzung von Zoll‑ und Transitabsprachen gewertet.

Ort/Datum: Nähe Crossen an der Oder (heute Krosno Odrzańskie), August 1659.

Kräftebild: Brandenburg‑Preußen führt fünf Einheiten ins Feld, darunter Musketiere, Kavallerie und Dragoner aus Brandenburg sowie berittene Söldner. Bemerkenswert ist eine Geschützbatterie aus 4‑Pfünder‑Kanonen. Die Habsburger rücken mit leichten Musketieren, schweren Kürassieren und zwei Einheiten Kroatenkavallerie an.

Missionslogik: Brandenburg soll die Handelswege behaupten und über die ost‑westlich verlaufende Querstraße auf die nördliche Seite drücken, um die Kreuzung zu sichern. Die Habsburger ihrerseits verfolgen in Sachen Kreuzung dasselbe Ziel und stoßen in gegensätzlicher, südlicher Richtung vor.

Gelände: Die zentrale Kreuzung wird von zwei kleinen Wäldchen und einigen Getreidefeldern gesäumt; darüber hinaus bietet sich ein weitgehend offenes Operationsgebiet mit langen Sichtachsen.

Zum Verlauf des Scharmützels liegt uns ein zeitgenössischer Bericht aus dem brandenburgischen Kommandostab vor, der noch am selben Abend per Kurier direkt an den Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm nach Berlin ging. Viel Spaß beim Lesen!


Bericht, wie sich ein Treffen zwischen Chur-Brandenburgischen und Kayserlichen Trouppen jüngst in einem Orte bey Crossen ereignet, Anno Domini 1659.

Ew. Churfürstl. Durchlaucht gnädigst zu berichten sei mir befohlen, was sich jüngst in dem Scharmützel zwischen Eurer Churfl. getreuen Brandenburgischen Truppen und einer habsburgischen Abtheilung zugetragen, welch Begegnung ungeplant und, der wahren Sach' nach, wider die herrschende Alliancen-Ordnung geschehen, dieweil die Habsburger nicht unsere offenen Feinde, wohl aber uns durch ihre Waffenübung ein willkommner Prüfstein seyn mochten.

Als an selbigem Tage der Obrist Lieutenant mit dem Commando versehen, hat er die Unserigen in vorteilhafter Stellung im südlichen Terrain positioniret, und zwar also:

In der Mitte, inmitten eines reiffenden Kornfeldes, standen die Preußischen Musquetierer (1), wol exerciret und von trefflicher Feuerkraft; zu deren linker Hand aber waren die Dragoner (2) abgesessen und bereits tapffer vorgestoßen [Anm.: Die Szenarioregeln erlaubten der roten Seite, eine Einheit unmittelbar nach deren Aufstellung zu bewegen], gleich im Begriff, den vor ihnen liegenden Wald zu besetzen. Etwas rückwärts, mehr nach Außen, hielt sich die Cavallerie (3), noch unschlüssig, ob sie linker oder rechter Hand durch das Gehölz zu schlagen gedächte; und unter einer nützlichen Schrägstellung im Rücken derselben nahm die Vier-Pfünder Batterie (4) Aufstellung, mit einem weiten freyen Schuß-Feld vor sich. Zur rechten Flancke aber hielt in einem anderen Wald die Söldner-Cavallerie (5) Wacht. Der Obrist Lieutenant (6) mit seinem kleinen Stab verblieb anfangs im Felde bey den Musquetierern, damit er das gantze Treffen wohl übersehen und die Befehle nach Noth ertheilen möge; seine Ordonnanz lautete, daß die Unserigen defensiv, doch wohlbedacht und mit Vorsicht gehandelt sollen.

Dem Feinde aber, der von Kayserlicher Seite war und tapfere Batailons führte, gehörte der nördliche Theil, und derselbe hatte seine Stärke also geordnet:

Auf ihrer linken, von uns aus gesehen, stand ein Trupp gefährlicher Kürassierer (7); daneben ein Detachement leichter und hurtiger Musquetierer (8); und auf ihrer weit entlegenen rechten Seiten, mit weiter Lücke dazwischen, hielten sich eine kleine Rotte Kroatischer Reiter (9) und eine große Rotte (10), unverzagt und behende. Ihr Commando war getheilet, indem der Obristleutenant (11) die rechte Seite führte, und ihm etwa ein Obrist-Wachtmeister (12) zur linken beigegeben war.

Als das Treffen seinen Anfang nahme, ward es Unsererseits zuvörderst auf der linken Hand glücklich; denn die abgesessenen Dragoner verschantzten sich im Holz und nahmen Feuerwechsel mit des Feindes Truppen (13). Indes haben Unsere Geschütze holdselig Gelegenheit gefunden, den feindlichen Kürassierern, die den Wald nicht vollends zur Deckung hatten, gar empfindlichen Schaden zu thun (14).

Doch auf der rechten Hand wendete sich das Glück, indem die Kroatische Reiterey unverdrossen herantrabte (15) und auf Unsere Söldner-Cavallerie das Feuer eröffnete. Der Feind war an Zahl stärker und drängte dieselben hart, so daß sie nach manch tapferer Abwehr wider ihren Willen aus dem Gehölz zurücken mußten (16).

Das Gefecht ward hitzig und voll ungewöhnlicher Vorkommniß:

Die tapferen Dragoner, von mehr denn einem feindlichen Stück und Compagnie zugleich beschossen, konnten zuletzt der Gewalt nicht länger widerstehen und waren genöthiget, weit zurück zu weichen (17). Doch erfülleten sie ihre Pflicht vollkommen, indem sie des Feindes stärkste Reiterey lange banden und dadurch Unserer Artillerey Zeit verschafften, ihren Stand zu verändern (18) und noch härtere Schüsse auf die Kürassierer zu richten. Dieselben erlitten merklichen verderb, gelang es ihnen doch für lange Zeyt nicht, hinter das schützende Gehölz zu retiriren (19).

Auf der rechten Hand aber gingen die Kroaten abermals vor, und deren größere Schaar fiel mit Schrecken auf Unsere ohnehin hart geprüfte Söldner-Cavallerie (20). Doch - sonderbares Zeichen göttlichen Beystandes! - blieben die Unserigen in Stand und überlebten den Stoß. Die Musquetierer im Kornfeld, bisher in Ruh, wandten sich hurtig zur rechten (21), schickten eine ganze Salve in die vordringende Kroatische Reiterey und zwangen selbige, sich blutig und übel zugerichtet zurück zu ziehen (22).

Von sonderbarem Muth war die Handlung der brandenburgischen Cavallerie, so hinter dem linken Wald bisher in Warten gelegt gewesen. Dieselben, sehend die Gelegenheit, dreheten sich rasch zur rechten und ritten, da ihnen nichts im Wege stand, weit und tief hinter des Feindes Linien vor! (23) Dieses Bravourstück ward von großem Nutzen, dieweil die Kayserlichen zuvor schon mit zweien Reiter-Schaaren in Unseren Raum vorgedrungen und ihrerseits die Hinterhand noch ganz frei hatten.

Doch bald nachmals ward kund, daß die linken feindlichen Musketeure (24) ihr Feuer aufnahmen und unsern bereits abgeriebenen Dragonern schwere Verluste zufügten, so daß welch letztere zuletzt gänzlich ausfielen und vom Felde wichen. Gleichwol drohte den Musqueteuren des Feindes Ungemach, wann sie weiter vorgingen, dieweil Unsere Geschütze sie schon ins Visier genommen hatten, nachdem die Kürassierer des Feindes sich gänzlich hinter den Wald zurück gezogen hatten (25). Gegen jene hingegen waren Unsere Reiter schon im Anschlag (26), und der Sieg schien unentschieden zwischen beiderley Ausgang zu balanciren.

Indessen erlangten Unsere Söldner-Reiter auf der rechten Flancke Gelegenheit, sich aus der Noth zu ziehen und wohlgeordnet in weitere Stellung zu gehen (27); auch der grössere Theil der Kroaten kehrte hinter sein Wäldlein zurück (28). Die kleinere aber, vom Ehrgeiz gleichsam angestachelt, stürmte nochmals kühnlich auf Unsere Musquetierer (29), die zwar schon manch Schuß empfangen, doch noch Feuer und Ordnung behalten.

Nach fünf hitzigen Durchgängen und wiederholtem Austausch von Pulver und Bley endete das Treffen, ungeplant und politisch nicht erwünscht, dieweil nicht die Kayserlichen, sondern die Schweden Unser Feind sind. Das Resultat der Mission ward auf Rechnung des Allmächtigen bey beyderley Seiten fast in Gleichmaß an Siegespunkten beschlossen, doch zeigten Unsere brave Knechte tapfere Standhaftigkeit und Geschick.

Der Verlust der Dragoner ist zwar bedauerlich, jedoch in Summa zu verschmerzen. Vornehmlich soll die Artillerie für ihren wohlgezielten Schuß löblich vermeldet und die Bravour Unserer Cavallerie allhernach von Sr. Churfürstlichen Durchlaucht mit güldener Gnade gerühmet werden.

GOTT wolle fernerhin Unseren Waffen gnädig seyn und uns führen zu größerem Ruhm und beständigem Glück wider den wahren Feind.

So geschehen und eigenhändig bezeugt,
im Feldquartier, am Abend nach dem Gefecht
Euer Durchlaucht gehorsamster Diener und Obristleutnant.


Es war ein toller Spieleabend, und By Fire and Sword rangiert schon jetzt, nach dem allerersten Spiel, ganz weit oben auf meiner Favoritenliste. Ein einfach nur geniales Regelwerk! Ich freue mich auf viele weitere Gefechte   


Die brandenburgischen Vier-Pfünder-Geschütze sind teuer in der Aufstellung, aber konnten weite Phasen des Scharmützels dominieren. Sie waren weit außen im rückwärtigen Raum der Brandenburger positioniert und überblickten weite Räume des Gefechtsfelds.

Dieselbe Perspektive (mit leicht anders geschwenkten Geschützen, die in die tatsächliche Feuerrichtung zeigen, während der Feuerwinkel bei den Miniaturgeschützen großzügiger interpretiert wird), cineastisch inszeniert von Googles KI-Bildgenerierung Nano Banana Pro. Das Ergebnis erforderte einige Versuche mit diversen Promptvariationen, aber kann sich sehen lassen - beeindruckend, was Bildgenerierung Stand Ende 2025 bereits zu leisten vermag. Man darf gespannt sein auf die weiteren Fortschritte und wie sie sich für das Tabletophobby nutzen lassen...