Diverse DBMM-Projekte von mir

Hier präsentiere ich in unregelmäßigen Abständen und ohne Anspruch auf Vollständigkeit und Relevanz einige meiner Projekte, die im Zusammenhang mit dem Tabletopsystem De Bellis Magistrorum Militum (DBMM) entstanden sind.


Gelände aus Stoff

Ich war seit langer Zeit mit den von mir als Gelände genutzten Filzlappen aus optischen Gründen unzufrieden (sie harmonieren einfach nicht mit den schön bemalten Figuren und werten die ganze Mühe, die man sich beim Bemalen macht, irgendwie ab). Da ich aber kein Auto habe, bin ich trotzdem auf leichtes, platzsparendes und transportables Gelände angewiesen, das sich problemlos in meinem Truppentransportkoffer mitnehmen lässt.

Deshalb habe ich mir neues Gelände gebastelt: Bei www.wir-machen-druck.de kann man Tischdecken bedrucken lassen. Das Gelände habe ich in Photoshop mit Texturen und Mustern von DeviantArt gestaltet. Ich habe mir drei Decken in der Maximalgröße von jeweils 300cm x 150cm anfertigen lassen, woraus sich so gut wie alle in DBMM legbaren Geländetypen, und zwar in allen drei Größenvarianten (0,5 FE, 1 FE, 2 FE), zuschneiden lassen. Es sind über 100 (!) Geländestücke, und trotzdem messen sie übereinandergestapelt kaum 10cm. Das ganze ist zudem vergleichsweise günstig ... und die Teile sind sogar wasch- und bügelbar.

Einzige Nachteile sind die leichten Helligkeits- und Farbveränderungen unter unterschiedlichen Betrachtungsblickwinkeln aufgrund der Oberflächenstruktur des Stoffes (kann man auch positiv sehen: so gleicht kein Geländestück exakt dem anderen, was den Realismus erhöht) und die Tatsache, dass die Stoffteile leichter verrutschen, als Geländestücke aus schwererem Material. Das alles wiegt aber nicht die Vorteile auf! Wie gesagt, oberste Prämisse ist Transportierbarkeit bei gleichzeitig großer Auswahl an Geländestücken zu einem akzeptablen Preis.

Ich bin sehr zufrieden mit dieser Lösung ⁣   

Gelände-Tischdecke Nr. 1 vor dem Zuschneiden

Gelände-Tischdecke Nr. 2 vor dem Zuschneiden

Gelände-Tischdecke Nr. 3 vor dem Zuschneiden

Zurecht geschnittene Scrubby Gentle Low Hills verschiedener Größe

Zurecht geschnittene Difficult Steep Hills verschiedener Größe

Zurecht geschnittene Marshes verschiedener Größe


Mein "Truppentransporter"

Da ich kein Auto habe, musste ich mir überlegen, wie ich meine DBMM-Armeen transportieren kann. Hier stelle ich meine DIY-Lösung vor. Vorweg: Diese Lösung basiert darauf, dass unter meinen Figurenbasen ultrastarke Neodym-Magnetfolie klebt (die leider auch ultrateuer ist)...

1) Ich habe einen geeigneten Hartschalenkoffer (Trolli) gesucht. "Geeignet" heißt, er muss nicht nur eine praktikable Größe haben, sondern auch andere Features, auf die ich noch zurückkomme. Nachdem ich einen ganzen Vormittag lang Geschäfte abgeklappert hatte, bin ich schließlich fündig geworden bei einem Koffer der Marke "eminent", den es bei Karstadt zufällig sogar im Sonderangebot gab. Die meisten Hartschalenkoffer öffnen genau in der Mitte, aber ich wollte einen mit zwei unterschiedlich großen Hälften - die größere Hälfte ist für die Armee, während die kleinere für das Verstauen des (Stoff-)Geländes ausreicht.

2) Das Innenfutter der "Armeehälfte" habe ich komplett entfernt, wobei - ein großer Vorteil dieses spezifischen Koffermodells - das Futter mit leicht zugänglichen Schrauben (deren Löcher ich später noch für anderes zweckentfremdet habe - siehe unten) befestigt war, statt geklebt oder genietet zu sein, wie sonst häufig üblich.

3) Ich habe dann mit der Bohrmaschine vier Löcher in die Hartschale gebohrt und darin Schrauben (inkl. Scheiben und Muttern) befestigt. Bei www.bleche-nach-mass.de habe ich eine passende Metallplatte mit vorgebohrten Löchern anfertigen lassen, die mit Flügelmuttern auf den Schrauben befestigt und leicht auch wieder abgenommen werden kann. Auf diese Metallplatte setze ich meine Basen, die, wie oben gesagt, alle mit Neodym-Magnetfolie beklebt sind und somit superfest darauf halten. D.h. ich kann den Koffer normal hinter mir herziehen, die magnetische Bindekraft ist so stark, dass die Armee nicht verrutscht und auch nix abfällt. Lediglich über Kopfsteinpflaster oder hohe Kanten würde ich den Koffer nicht ziehen, da dann ggf. kleinere Mengen Basenstreu etc. abgeschüttelt werden könnten...

Die passend zugeschnittene Metallplatte mit ein paar Basen drauf.

Die vier Schrauben, Innenansicht.

Die vier Schrauben, Außenansicht.

4) In vier der Schraubenlöcher, in denen das Innenfutter befestigt war, habe ich L-Winkel montiert. Darauf kann ich eine passend zugesägte Plexiglasscheibe mit Flügelschrauben befestigen und auch leicht wieder entfernen. Auf dieser Scheibe können z.B. die Anleitung, Armeebücher oder Zettel etc. verstaut werden, außerdem sind die Figuren darunter noch besser geschützt - und das ganze sieht edler aus (aber diese Scheibe ist quasi die Luxusvariante und muss natürlich nicht unbedingt sein).

Die Anleitung, Armeebücher etc. liegen auf der Plexiglasscheibe.

Ansicht der Plexiglasscheibe ohne Anleitung etc.

Die L-Winkel, die die Plexiglasscheibe halten.

5) Die kleinere Kofferhälfte habe ich nicht umgebaut, da sie bereits perfekt geeignet ist, um die Geländeteile aus Stoff zu verstauen.

In die kleinere Hälfte passt viel Gelände rein.

Da ich nur Reguläre DBMM-Armeen spiele, sind meine Armeen relativ klein im Vergleich zu Irregulären Armeen, von daher passt trotz der eher geringen Ausmaße des Koffers eine komplette 400-Punkte-Armee locker drauf. Die Koffer von eminent gibt es noch in zwei größeren Varianten... vielleicht baue ich mir noch mal einen größeren Truppentransporter, damit ich auch mal mehr als eine Armee transportieren kann...?

Der Koffer ist seit Januar 2019 im Einsatz und hat sich in der Praxis sehr bewährt! ⁣  


Eine kleine Geländebox

Keine große Sache, aber etwas, über das ich mich sehr freue: Ich habe mir eine Box mit diversen Geländeteilen zusammengestellt, um die DBMM-Schlachtplatten zu garnieren. Klein, leicht und transportabel, wie immer bei mir, um es per Fahrrad oder Öffis mitnehmen zu können.

In Kombination mit meinen Geländeteilen aus Stoff lassen sich visuell noch ansprechendere Schlachtfelder generieren, um die vielen bemalten Minis noch besser zur Geltung zu bringen!


Eine spätrömische Wunderwaffe

Im 4. Jahrhundert n. Chr. wollten es die Römer noch einmal mit Sichelstreitwagen versuchen, nachdem diese seit Hunderten von Jahren aus dem Arsenal der Armeen verschwunden waren. Quasi eine "Wunderwaffe". Hat natürlich, wie so manche Wunderwaffe, die, den eigenen Untergang vor Augen, aus dem Hut gezaubert wird, nix gebracht...

In der DBMM-Liste "Late Imperial Roman" gibt es entsprechend die Möglichkeit, einen einzigen (!) von diesen Streitwagen aufzustellen, einen sog. Currus drepanus. Diese Streitwagen sahen etwas anders aus als die klassischen, sie erinnern eher an einen Pflug und hatten keine Kabine. So ein Teil gibt es in 15mm von keinem (mir bekannten) Hersteller, deshalb habe ich es selbst gebaut. Die Pferde und Räder sind vom Hersteller Essex, der Balken ist ein gekürzter Stab von einer Silvesterrakete, den ich von der Straße eingesammelt habe, die Sicheln sind Sensenklingen von irgendwelchen 28mm-Figuren.

Ich habe (bis auf den "Rioting religious mob") jetzt praktisch alle Elemente der Liste "Late Imperial Roman" und kann somit alle Varianten bestücken!


Spätrömische Keulenkämpfer

Im 3. und 4. Jahrhundert n. Chr. haben die Römer vereinzelt (vor allem im palästinensischen Raum) ihre Legionäre mit Keulen ausgestattet, um gegen schwere gepanzerte Reiterei zu kämpfen.

In der DBMM-Liste für die Late Imperial Romans gibt es entsprechend die Möglichkeit, 4 Elemente "Legionarii with heavy clubs" als BdX (Blades Exceptional) aufzustellen. Diese haben die Eigenschaft, dass sie gegnerische Ritter killen, sobald das Kampfergebnis höher ist.

Da es keine mir bekannten geeigneten 15mm-Figuren gibt, habe ich normale spätrömische Figuren von Essex modifiziert, indem die Lanzen gekürzt und mit Greenstuff zu Keulen verdickt wurden:

Jetzt können die feindlichen Reiter kommen! ⁣  


Figuren vom Paintingservice

Einige meiner DBMM-Armeen lasse ich von einem kommerziellen Bemalservice (Paintingservice) anmalen. Ich habe mich nach einiger Recherche für den Paintingservice Fernando in Sri Lanka entschieden. (Es gibt in Sri Lanka auch noch einen Konkurrenten, Philgreg Painters - inwieweit die beiden sich qualitativ unterscheiden, weiß ich nicht...)

Für alle Paintingservices, egal welcher Anbieter, gilt: Je exakter man beschreibt, wie die Figuren bemalt werden sollen, desto exakter wird das Ergebnis! Ich mache mir deshalb im Vorfeld sehr viel Mühe und bemale von jedem Figurentyp jeweils eine Figur selbst, die ich dann als Vorlage mitschicke. Die MalerInnen vor Ort brauchen dann quasi nur noch exakte Kopien meiner Beispielfiguren anfertigen. Ich fertige außerdem für jeden Figurentyp ein Übersichtsblatt in DIN A4 an, das vergrößerte Fotos der Beispielfiguren in Vorder- und Rückansicht enthält und auf dem ich ggf. noch weitere Hinweise zur jeweiligen Figur anmerke. So ist die gewünschte Bemalung detailliert zu erkennen und es bleiben keine Fragen offen (damit die Farben in den Fotos und auf den Beispielfiguren übereinstimmen, ist auf Weißabgleich etc. beim Fotografieren zu achten!).

Ich schicke für jeden Figurentyp eine von mir bemalte Beispielfigur mit einem Infoblatt zum Paintingservice.

Hier ein Infoblatt in Großaufnahme.

Der Paintingservice schickt in regelmäßigen Abständen Fotos von den bemalten Figuren zur Abnahme. Eventuelle kleine Änderungswünsche kann man dann noch anmelden, ansonsten gibt man einfach sein Ok.

Der Paintingservice schickt Fotos zur Abnahme - hier Figuren der Armee "Polybian Roman" von vorne...

... und von hinten.

Da ich ggf. einzelne Details noch selbst ergänze, nachdem die Figuren wieder zurückgeschickt wurden (z.B. aufwendige Schildbemalungen), lasse ich die Figuren unlackiert zurückschicken und trage das Lack-Finish nachträglich selber auf. Außerdem erledige ich die Basierung auch selber - zum einen, um Kosten zu sparen, zum anderen, damit ich die Basen exakt nach meiner Vorstellung gestalten kann. So liegt zwar die Hauptarbeit beim Paintingservice, aber man kann trotzdem noch einiges an eigener Arbeit reinstecken, was ja auch Spaß macht.

Bei meinen Paintingservice-Projekten gebe ich im allgemeinen immer die mehr oder weniger vollständige DBMM-Armeeliste in Auftrag, das gibt mir die Möglichkeit, alle Varianten der Armee zu spielen und ich muss nicht irgendwann aufwändig Figuren nachproduzieren lassen. Es kommen dabei schon einige Mengen zusammen - die Armee "New Kingdom Egyptian" umfasste beispielsweise über 700 Figuren (fast 4,5 Kilogramm) und hat ca. 5 Monate zum Bemalen gedauert. Der Versand war bisher trotz der Mengen immer problemlos (Abwicklung über einen Kurierdienst, der mit dem Paintingservice kooperiert) und die Verpackung war überaus professionell.

Die fertig bemalte Armee wird in einem großen Karton zurückgeschickt, drinnen liegen viele kleine mit Schaumstoff gepolsterte Pappetuis, sortiert nach Truppentyp. Hier die "New Kingdom Egyptians".

Die meisten Paintingservices bieten unterschiedlich bepreiste Qualitätsstufen für die Bemalung an. Fernando bietet drei Qualitätsstufen an: "Wargamer", "Collector" und "Showcase". Ich lasse aus Preis-Leistungs-Gründen immer in der mittleren Qualität, "Collector", bemalen. Die Bemalung entsprach bisher stets exakt meinen Vorgaben und ich bin alles in allem sehr zufrieden , sowohl mit der Abwicklung als auch mit der Qualität ⁣   

In den mit Schaumstoff gepolsterten Pappetuis liegen die Figuren. Mit der Qualität meiner Ägypter bin ich sehr zufrieden!

Geplant ist, dass ich einmal pro Jahr eine Armee zum Bemalen auf die weite Reise schicke. Die "New Kingdom Epytians" und die "Polybian Romans" sind bereits fertig, geplant sind auf jeden Fall noch "Early Mycenaens", "Carolingian Frankish" und "Later Hoplite Greek" (in dieser Reihenfolge).


Die Bemalung meiner Seleukiden-Phalanx

Ich habe noch nie etwas schrecklicheres als die makedonische Phalanx gesehen. - Plutarch, Das Leben des Aemilius Paulus

Meine DBMM-Armee "Seleucid" habe ich nicht vom Paintingservice (siehe oben) bemalen lassen, sondern in mühevoller Handarbeit selber bemalt. Hier zeige ich einige Fotos von verschiedenen Stadien des Projekts, speziell des Truppentyps Phalanx - Reg Pk (O). Es war ein ziemlicher Aufwand, diese Figuren fertig zu bekommen, denn es handelte sich um annähernd 100 Stück! Die Figuren sind 15mm-Figuren des Herstellers Essex.

Hier der Zustand kurz, bevor die Figuren mit weißer Sprühfarbe grundiert wurden. Die ursprünglichen Lanzen (korrekt: Sarissen), die fest mit den Figuren verbunden waren, habe ich alle abgetrennt und mit einigem handwerklichen Aufwand durch Besenborsten ersetzt. Das hat den Vorteil, dass die Lanzen nicht verbiegen, wenn man sie versehentlich berührt, sondern flexibel in Form bleiben. Außerdem sind sie jetzt weniger klobig, als die Original-Lanzen. Eine Anleitung für das Herstellen solcher Besenborsten-Lanzen gibt es hier.

In diesem Stadium sind die Figuren schon fertig bemalt. Die feinen roten Linien auf den weißen Leinen-Brustpanzern waren nervenaufreibend bei der Bemalung. Die filigranen Muster auf den Schilden wurden mit Wasserabziehbildern von Veni Vidi Vici verwirklicht. (Die Figuren sind alle mit Doppelklebeband auf Filmdöschen montiert, um eine gute Handhabung bei der Bemalung zu gewährleisten.)

Hier stehen die Figuren bereits in Schlachtformation. Sie sind jetzt lackiert und auf die passenden Basen (40mm x 15mm) geklebt. Es fehlt nur noch die Ausgestaltung der Basen mit Sand, kleinen Steinchen und kleinen Büscheln.

Hier die fertige Phalanx inmitten der gesamten seleukidischen Armee ⁣   Links sieht man die Kollegen von den elitären Argyraspiden ("Silberschilde"). Deren Bemalung war ein klein wenig weniger aufwändig, handelte es sich doch "nur" um 50 Figuren...

Über den Einsatz und die Ausrüstung der historischen Phalanx informiert die deutsche Living History-Gruppe Hetairoi e.V., welche die Bewaffnung und Kleidung hellenistischer Truppen rekonstruiert und deren Praxisanwendung probiert und testet.


Die gotische Wagenburg - Adrianopel 378 n. Chr.

Anlässlich von theoretischen Vorab-Überlegungen zu einer historischen DBMM-Simulation der Schlacht von Adrianopel (378 n. Chr.) habe ich in Slingshot, dem Magazin der Society of Ancients (deren Mitglied ich bin), einen Aufsatz über die Wagenburg, in der sich die Goten zu Beginn der Schlacht verschanzt hatten, verfasst:


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